Erich und Helmut Röhm

Erich und Helmut Röhm aus Bernried, das zur Kommune Neukirch zählt, berichten aus der Geschichte der Evangelischen in und um Neukirch. Der zusammenfassende Bericht gründet in einem anregenden Gespräch, das der „Schlossbote“ mit beiden dankenswerter Weise führen konnte.

Eigene evangelische Gottesdienste wurden im Neukircher Bereich erst ab 1940 (- ca. 42) im Gasthaus Hirsch, dem heutigen Landgasthaus Köhler, gefeiert. Der damalige Pfarrer Kinzler kam monatlich, und zwar am Nachmittag. Danach traf man sich (sogar mit Gemeindegliedern aus Laimnau, das heute zur Kirchengemeinde Kressbronn gehört) interessanterweise für einige Jahre in der ehemaligen Schule von Tannau, dem heutigen Gemeinschaftshaus. Für Familie Röhm bedeutete das einen ca. einstündigen Fußweg, der jedoch gerne monatlich am Sonntagnachmittag auf sich genommen worden ist. 1980 wurde die Kath. Kirche in Neukirch erweitert und renoviert. An ihrem Umbau beteiligten sich die Evangelischen aus Tettnang und Neukirch und genießen seitdem zweimonatlich die Gastfreundschaft der Katholischen Kirchengemeinde, die mittlerweile zur Seelsorgeeinheit Argental gezählt wird. Außer am Karfreitag, ein stets gut besuchter Gottesdienst im Jahreslauf, feiern die Evangelischen aus Neukirch und Umgebung in der Taufkapelle ihren regelmäßigen Sonntagsgottesdienst. Vor 1980 fanden - nach dem Tannauer Interim - Gottesdienste in Räumen der ehemaligen Hauswirtschaftsschule (im Rathaus von Neukirch) und in der Grundschule statt.

Als Zugezogene, das waren in der Umgebung alle Evangelischen, - so stammte etwa der Urgroßvater der Herren Röhm aus Owen a. T. - war man von Anfang an auf ein gutes Verhältnis zu den katholischen Nachbarn angewiesen. Dass dies - auch aufgrund der eigenen freundlichen Art der Familie Röhm - gelang, prägt bis heute die Erinnerung. Sogar während der Schulzeit bestanden schon gute Freundschaften unter den Kindern. Aus Tettnang wird da noch anderes erzählt ...

Die Schulzeit verbrachten Erich und Helmut Röhm in Wildpoltsweiler, was einer Ausnahmegenehmigung bedurfte, gehörte dieser Ort doch nicht zu Neukirch. Religionsunterricht genossen beide nach dem Krieg bei Frl. Schlenker (die später in Kamerun arbeitete) und zwar in Tannau. Die Konfirmation wurde unter Pfarrer Tangermann in den Jahren 1951 und 1955 in der Tettnanger Schlosskirche gefeiert. Damals schloss sich daran noch eine zwei Jahre währende Christenlehre an, zu der man sich nach dem Gottesdienst im Schulhaus (später bis zu seinem Abriss das Gemeindehaus der Evangelischen) in der Grabenstraße zusammengefunden hat.

Als Anekdote bleibt die Absicht in Erinnerung, auf der Gemarkung Neukirch (dort wo heute die Umgehungsstraße von einer Brücke überquert wird) eine eigene Kapelle zu errichten. Das hätte jedoch die finanzielle Kraft der wenigen evangelischen Familien bei weiten überfordert.

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