Chronik 1855 - 1947

 

1855 Am 8. Januar wird das erste Abendmahl gefeiert
Am 1. Oktober fand der erste Gemeindegottesdienst statt.
Am 5. November wird der erste Pfarrgemeinderat gewählt.

1856 Durch eine Hilfe von 100 fl der Gustav Adolf Stiftung konnte ein eigenes Harmonium mit 8 Registern angeschafft werden

1860 Erfolgt der Konsistorialerlass zur Gründung einer Pfarrverweserstelle

1861 Am 10. März wird der erste Pfarrverweser Carl Eckart, bisher Vikar in Lyon, in sein Amt eingeführt.
Damit ist die Gemeinde Tettnang selbstständig. Eigene Kirchenbücher werden angelegt.
Als Grenze wird festgelegt: gegen die Gemeinde Wangen die Argen, gegen Friedrichshafen die Schussen, ausgenommen ist Langenargen das weiterhin zu Friedrichshafen gehört.
Die neue Gemeinde zählt 46 Familien, insgesamt 220 Seelen.
An Pfingsten wird die erste Konfirmation gefeiert.
Nach Pfingsten wird die private evangelische Bekenntnisschule mit 9 Knaben und 6 Mädchen über 10 Jahren und drei Realschülern zum Religionsunterricht, eröffnet. Schulraum ist ein Zimmer in der Pfarrwohnung im Schloss. Lehrer ist der Pfarrverweser.

1862 Ein „Kirchenconvent“ wird berufen, damit hat der ev. Pfarrer Sitz und Stimme im bürgerlichen Stiftungsrat.

863 Eine Gemeindebibliothek wird eingerichtet.

1864 Eine Schülerbibliothek wird eingerichtet.
Ein erster Lehrer wird eingestellt.
Ein Gustav-Adolf-Frauenverein wird gegründet.

1865 Eine ehemalige Heukammer, die heutige Sakristei, wird angemietet und als Schulzimmer hergerichtet.

1868 Gottesdienste im Schloss Liebenau am 1. Sonntag im Monat.

1871 Monatlicher Nachmittagsgottesdienst in Laimnau-Badhütten, Madenreute, Brochenzell später auch in Eschach.
Die Kirche wird mit einem Ofen heizbar gemacht.

1880 Die Schule hat ca. 30 Schüler.

1890 Die Schülerzahl ist auf ca. 50 angestiegen.
In Neukirch werden regelmäßige Gottesdienste in einem Möbellager gehalten.

1891 Die Gemeinde erhält einen ständigen Stadtpfarrer.
Stadtpfarrer Hartmann wird in sein Amt eingeführt (bis 1898)

1892 In der Grabenstraße kann ein Gebäude als Schulhaus von Maurermeister Thanner erworben werden.
Die Kirchensteuer wird eingeführt.

1893 Nach Umbau kann das Schulhaus am 22. August feierlich eingeweiht werden.

1894 Ab diesem Jahr beteiligen sich die bürgerlichen Gemeinden Tettnang, Meckenbeuren, Obereisenbach, Tannau und Liebenau an den Schulkosten.
In der Filiale Neukirch wird ein neuer Betsaal eingerichtet. Die Einrichtung (Kanzel, Lesepult, Altar u. A.) kam von der ev. Gemeinde Weilderstadt.

1895 Renovierung der Schlosskirche. Die erste Orgel mit einem Manual und acht Registern wird aufgestellt.
Einführung einer Arbeitsschule (Handarbeit).
Anmietung eines Betsaals in Neukirch.

1897 ... und folgende Jahre. Eine „Schulsuppe“ für die auswärtigen Schüler, finanziert vom "Gustav-Adolf-Verein", wird in den Wintermonaten ausgegeben.

1898 Stadtpfarrer Widmann wird Pfarrverweser (bis 1899).

1899 Stadtpfarrer Traugott Elsenhans wird investiert. Er bleibt bis 1937 in Tettnang.

1905 Die Gemeinde hat laut Volkszählung 629 Gemeindeglieder in 81 Wohnplätzen.

1906 „Blätter aus der Evangelischen Kirchengemeinde Tettnang“ erscheinen monatlich (bis 1921).

1912 Die Lehrerstelle an der Schule wird ständig.
Der bisherige Schulamtsverweser Machtolf wird erster ständiger Hauptlehrer.
Die Schule erhält elektrisches Licht.

1914 Hauptlehrer Machtolf wird zum Kriegdienst eingezogen.
Den Schuldienst übernimmt Stadtpfarrer Elsenhans mit Unterstützung seiner Frau.

1916 Die Schlosskirche erhält elektrisches Licht.

1917 Die zinnernen Orgelpfeifen müssen zu Rüstungszwecken abgeliefert werden.
Ersatz durch Pfeifen aus Zink.

1918 Hauptlehrer Machtolf kehrt aus dem Krieg zurück.

1919 Zum ersten mal wird mit Messerschmiedemeister und Kirchenpfleger Obermüller ein Mitglied der evangelischen Gemeinde in den Gemeinderat gewählt.
Das Pfarramt erhält ein Telefon mit der Nr. 55.

1921 Die „Blätter aus der evangelischen Gemeinde Tettnang“ müssen aus finanziellen Gründen eingestellt werden.
Das Schulgeld für die evangelische Bekenntnisschule wird abgeschafft.

1922 Ein zweiter Lehrer wird angestellt.

1925 Die freiwillige evangelische Konfessionsschule wird von der Stadtgemeinde Tettnang übernommen. Das Schullokal verbleibt vorläufig noch im ev. Schulhaus in der Grabenstraße.

1927 Pfarrer Elsenhans übernimmt, zusätzlich zur Pfarrstelle, die Leitung des Kinderheims Oberallewinden und Kleintobel („Schwalbenvater“).

1931 Die Abteilung I der ev. Bekenntnisschule wird in das Torschloss verlegt.

1935 Auch die Abteilung II der ev. Bekenntnisschule kommt in das Torschloss. Damit kann der bisherige Schulsaal als Gemeindesaal genutzt werden.

1937 Pfarrer Bracher übernimmt die Gemeinde als Pfarrverweser, nachdem Pfarrer Elsenhans nach 38 Jahren Dienst in Tettnang in den Ruhestand gegangen ist.

1938 Pfarrer Kinzler kommt nach Tettnang (bis 1946).

1946 Pfarrer Tangermann wird Pfarrverweser.
Eine Krankenpflegestation wird gegründet. Die Diakonisse Karoline Schmid wird erste Schwester.

1947 Pfarrer Tangermann wird ständiger Pfarrer (bis 1965).